Präventionsarbeit im Landkreis Fürth: Pilotprojekt 3X3 sensibilisiert nachhaltig
Präventionsarbeit im Landkreis Fürth: Pilotprojekt 3X3 sensibilisiert nachhaltig

2Projekt-3X3

Mit einem Pilotprojekt will der Verein „1-2-3“ seine erfolgreiche Präventionsarbeit nachhaltig erweitern. Mit dem neuen Programm “3x3” sollen über drei Jahrgangsstufen hinweg zu jeweils drei Schwerpunkten Schüler sensibilisiert werden. Die einzelnen Module, die zum Teil bereits an Schulen erprobt wurden, werden aktuell als Gesamtpaket an allen Mittelschulen, der Dillenberg-Schule, der Realschule Zirndorf und dem Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn durchgeführt.

“Mit dem Konzept stellen wir sicher, dass wir in jeder Altersstufe abgestimmt auf die Entwicklung der Jugendlichen mit unserem Präventionsprogramm präsent sind. Dadurch erreichen wir eine große Nachhaltigkeit”, freut sich Landrat Matthias Dießl, der zugleich Vorsitzender des Präventionsvereins ist. Denn: „Trotz gesetzlicher Grundlagen im Jugendschutzgesetz sind Kinder und Jugendliche vielfachen Gefährdungen in verschiedenen Bereichen ausgesetzt. Gerade im Bereich der ‚neuen Medien‘ können Jugendliche die Gefahren, die im Internet lauern, oft nicht abschätzen. Jugendliche verhalten sich häufig zu unbekümmert, zu offen und zu gutgläubig“, verdeutlicht Matthias Dießl.

„3X3“ beginnt in der siebten Jahrgangsstufe und endet in der 9. Klasse. In diesen drei Jahren sollen jeweils durch praktische Übungen und Vorträge altersgerecht die drei Bereiche Suchtprävention, Gewaltprävention und Medienpädagogik aufbereitet werden. Um dem Lebensalter, der aktuellen Situation und der Aufnahmefähigkeit der jungen Menschen gerecht zu werden, wurde ein Konzept entwickelt, das um das 12. Lebensjahr herum dafür die Grundlagen in allen drei Bereichen legt. Der Inhalt wird jeweils in den folgenden Jahren aufgefrischt und mit neuen Themen angereichert.

„Dieses Programm ist in seiner aufbauenden Zusammensetzung einmalig, besteht aber zum Teil auch aus schon bekannten und an den Schulen erprobten Bausteinen“, erläutert Wilfried Kohl, der Leiter der Fachgruppe Prävention beim Verein „1-2-3“. Kooperationspartner des Vereins sind das Gesundheitsamt, die Polizei und die Kinderarche. Die Organisation und Koordination übernimmt im Rahmen der staatlichen Aufgaben zur Suchtprävention und Gesundheitsförderung der Arbeitsbereich Prävention beim Landkreis Fürth.

In der siebten Klasse will das Projekt Sozialkompetenzen vermitteln, den richtigen Umgang mit dem Handy aufzeigen und mit Hilfe der bereits allseits bekannten Rauschbrillen den Jugendlichen aufzeigen, wie negativ die eigene Wahrnehmung durch Alkoholkonsum beeinflusst wird. In der achten Klasse geht es dann um die Themen Nikotin, Shisha-Rauchen, den Folgen einer Straftat und die Gefahren des Internets. Die letzten Bausteine in der neunten Klasse greifen die Themen Drogen, Zivilcourage und Urheberrecht auf. 

Neben verschiedenen Referenten werden die Inhalte auch durch Beamte der Polizei sowie Sozialpädagogen aufbereitet. Gefördert wird das Pilotprojekt durch Mittel aus der Rainer Winter Stiftung. Sie stellt in den kommenden drei Jahren 6000 Euro zur Verfügung. „Kinder und Jugendliche liegen uns sehr am Herzen. Das Präventionsprojekt thematisiert nicht zu verkennende Gefahren, die speziell für diese Altersgruppe bestehen. Gerne unterstützen wir dieses Projekt“, erklärte Stiftungsgründer Rainer Winter.  Im vergangen Jahr wurde das Pilotprojekt zusätzlich aus Projektmitteln des Bayerischen Gesundheitsministeriums gefördert, das den örtlichen Gesundheitsämtern zur Verfügung steht. Zudem wurde der Baustein „Alkoholprävention“ aus der HaLT-Sonderförderung gefördert.

„Wie die langjährigen Erfahrungen der Jugendhilfe und der Jugendgerichtshilfe zeigen, machen sich Kinder und Jugendliche oft keine Gedanken über die Konsequenzen ihres Verhaltens. Somit ist es von großer Bedeutung, diesen jungen Menschen immer wieder die Gefährdungsbereiche und die Folgen ihres Handelns durch präventive Maßnahmen ins Bewusstsein zu rufen. Das Projekt ‚3X3‘ tut dies umfassend und nachhaltig. Ich wünsche dem neuen Programm daher viel Erfolg“, so Matthias Dießl.