| “Die kleinen Strolche” pflanzten zu Ehren des “Apfelpfarrers” einen Baum im Kreislehrgarten |
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Die Vorschulkinder erlebten im Kreislehrgarten in Siegelsdorf einen spannenden Tag rund um das Thema Äpfel. So erklärte Kreisfachberater Lars Frenzke den Knirpsen die Entstehung eines Apfels, die Sortenvielfalt und natürlich die Verwertung. Es konnte eine Apfelschälmaschine ausprobiert werden und natürlich durften die Kinder auch selbst mit einer kleinen Obstpresse mosten. Höhepunkt war danach die Pflanzaktion. Lars Frenzke erklärte danach den historischen Hintergrund: Korbinian Aigner wurde während des Zweiten Weltkrieges wegen seiner kritischen Äußerungen zum Nationalsozialismus zu sieben Monaten Haft in Stadelheim verurteilt, nach der er jedoch nicht in die Freiheit entlassen, sondern ins Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt wurde. Nach über einem Jahr verlegte man Aigner in das KZ Dachau, wo er - da er Pfarrer war - im so genannten "Priesterblock" untergebracht wurde und in der Landwirtschaft arbeiten musste. Doch selbst unter den harten Umständen des Lagers konnte Korbinian Aigner seiner Liebe zum Obst- und Gartenbau verbunden bleiben. Er pflanzte zwischen den Lagerbaracken Apfelbäumchen, die er heimlich aus Kernen gezogen hatte und ihm gelang sogar die Züchtung neuer Sorten, die er KZ1, KZ2, KZ3 und KZ4 nannte. Die Sorte KZ3 war später in der Gegend um Freising recht beliebt und wurde 1985 anlässlich des 100. Geburtstages Aigners in „Korbiniansapfel“ benannt. Heute jedoch ist diese Sortenvielfalt in Deutschland Geschichte und nur noch etwa fünf Dutzend von wirtschaftlicher Bedeutung. “Den Reichtum – vor allem auch regionaler Züchtungen – zu erhalten, ist deshalb ein wichtiges Ziel des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege”, so “Wir hoffen, dass wir mit der Aktion rund um den Apfel die Kinder auch auf den richtigen Geschmack gebracht haben. Viele Kinder wissen heute leider nicht mehr, woher der Apfelsaft überhaupt kommt”, so |