Beim zweiten Wirtschaftskreis des Landkreises Fürth war das Interesse am neuen Regionalmanagement groß
Beim zweiten Wirtschaftskreis des Landkreises Fürth war das Interesse am neuen Regionalmanagement groß

diessl_wirschaftskreisDas Interesse am Regionalmanagement des Landkreises Fürth ist ungebrochen groß. „Regionalmanagement - Was habe ich als Unternehmer davon?“ lautete die Frage beim zweiten Wirtschaftskreis des Landkreises Fürth. Rund 70 Vertreter aus Wirtschaft und Politik waren zu diesem Informationsabend mit Podiumsdiskussion in das Autohaus Graf nach Langenzenn gekommen.

Nach der Begrüßung durch Richard Eisen, dem Centerleiter der Auto-Graf GmbH & Co. KG, gaben Landrat Matthias Dießl und Prof. Dr. Dr. Jörg Maier von der „Gesellschaft für Raumanalysen, Regionalpolitik und Verwaltungspraxis mbH“ (RRV) Antworten auf die Frage des Abends.

Matthias Dießl zeigte bei der Begrüßung, dass der Landkreis in aktuellen Studien und der durchgeführte Strukturanalyse gut abschneidet, während es bereits Landkreise in Bayern gibt, die nach einer aktuellen Prognose bis zum Jahr 2025 voraussichtlich 20 Prozent ihrer Einwohner und damit auch qualifizierte Arbeitskräfte und Auszubildende verlieren. Erfreulicherweise sei der Landkreis Fürth dagegen nach wie vor eine Zuzugsregion. In die 14 Landkreisgemeinden ziehen gerade junge Familien sehr gerne.  Regionalmanagement handle nicht aus einer Not oder schlechten Situation heraus, sondern vorausschauend. „Damit wir den Strukturwandel, der insbesondere im demografischen und wirtschaftlichen Bereich stattfindet, schaffen, und die guten Werte des Landkreises auch in Zukunft gültig bleiben, müssen wir uns entsprechend positionieren“, verdeutlichte der Landrat. Das Instrument des Regionalmanagements biete hierfür hervorragende Möglichkeiten.

Der Förderantrag, nach dem sich der Freistaat an den Personal- und Konzeptionskosten zu 50 Prozent beteiligen wird, ist aktuell in der Umsetzung. 

Prof. Maier, dessen Firma RRV das Konzept für den Landkreis Fürth erarbeitet hat, stellte in Langenzenn die 19 vom Kreistag am vergangenen Montag einstimmig genehmigten Projekte in fünf Handlungsfeldern vor. Ebenfalls genehmigt hat der Kreistag - immer unter der Voraussetzung einer Förderzusage aus München - zwei Vollzeitstellen befristet auf drei Jahre. Ein Regionalmanager soll sich dann gezielt um das Gebiet der beiden kommunalen Allianzen Biberttal-Dillenberg und die Zenngrund-Allianz mit den Projekten kümmern. Gegebenenfalls auch aufgeteilt in zwei Teilzeitstellen.

Einig war man sich, dass Projekte nur dann erfolgreich verlaufen, wenn sich - wie es Prof. Maier beschrieb - „Fahnenträger“ herausbildeten. Hans Wölfel, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Fürth, verdeutlichte am Projekt Schüler-Coaches was gemeint ist: „Peter Held ist der Fahnenträger und Motor dieses Projekts. Sogar der ehemalige Bundespräsident interessierte sich für die Schülercoaches und es ist eine eigene Stiftung dafür eingerichtet worden“, so Wölfel. Im kulturellen Bereich seien beispielsweise die Klosterhofspiele ein solcher Leuchtturm im Landkreis. Die Aufführungen lockten jedes Jahr aus der ganzen Region Besucher an.